RUF BAUSTOFFWERK HAUNDORF GMBH
RUF BAUSTOFFWERK HAUNDORF GMBH

VERLEGEHINWEISE FÜR BETONPFLASTER

Tragschicht
Grundbedingung für eine erfolgreiche Flächenbefestigung ist eine ausreichend tragfähige Unterlage (Untergrund und Unterbau), auf welche die Tragschicht in der erforderlichen Dicke aus kornabgestuftem Kies - Schottermaterial aufgebracht und mit einer geeigneten Rüttelplatte verdichtet wird.
Dabei sollte an den Untergrund, den Unterbau und die Tragschicht die gleiche Ebenheitsanforderung gestellt werden, welche auch vom fertigen Pflasterbelag gefordert wird. Eine Pflasterfläche erhält ihre Stabilität und Langlebigkeit in erster Linie durch den sorgfältigen Einbau der Materialien unterhalb der Decke. Jene Tragschicht hat die Aufgabe, die Lasten aufzunehmen und an den Unterbau weiterzuleiten. Auch die Wasserdurchlässigkeit zum Untergrund muss sichergestellt sein. Die Stärke der Tragschicht ist von der Wasserdurchlässigkeit der Böden und von der späteren Nutzung der Fläche abhängig.

 

Beim Aufbau der Tragschichten sind folgende Dicken zu empfehlen:
(Alle Angaben ohne Gewähr)

Belastungsart                Tragschichtdicke    Steindicke    Aushubtiefe
                                       in mm                     in mm           in mm
Nur begehbar                 ca. 150 - 200          80                ca. 270 - 320
Pkw befahrbar                ca. 250 - 400          80                ca. 370 - 520
Lkw / Traktor / Stapler    ca. 400 - 600          80                ca. 520 - 720

 

 

Schon beim Aushub muss ein Gefälle von mindestens 2,5 % eingeplant werden, damit eine funktionierende Tragschichtenentwässerung ermöglicht wird.   

Randeinfassung
Eine stabile Randeinfassung ist von großer Bedeutung, da diese dafür sorgt, dass die Pflasterfläche richtig eingespannt wird und die Bettungs- und Fugenmaterialien nicht entweichen können.

Stabile Randeinfassung mit Fundament und Rückenstütze aus wasserdurchlässigem Beton.

Pflasterbett
Das Verlegebett muss im verdichteten Zustand eine Dicke von 30-50 mm aufweisen. Als Bettungsmaterial sollte, je nach späterer Belastung und Verwendungszweck der Fläche, Hartgesteinsplitt-Sandgemische der Körnung  0-5 mm verwendet werden. Für versickerungsfähige Pflasterflächen werden Hartgesteinsplitte der Körnung 2-5 mm, bzw.  1-3 mm empfohlen.
Die Einhaltung der Mindestdicke des Verlegebetts von 30 mm ist zum Ausgleich der nicht vermeidbaren, zulässigen Maßtoleranzen bei Betonpflaster nötig. Die Einhaltung der Maximaldicke des Pflasterbettes von max. 50 mm ist aus Gründen der Spurrinnenvermeidung erforderlich. Die Bettungsschicht wird je nach Steinart und Steindicke mit ca. 10 mm Überhöhung ausgeführt da sich der Pflasterbelag durch das Abrütteln noch um ungefähr diesen Wert senken wird.
Das Bettungsmaterial muss auf das Tragschicht- und das Fugenmaterial abgestimmt sein: Bettungsmaterial darf nicht in die Tragschicht, und das Fugenmaterial nicht in das Bettungsmaterial einrieseln (Kornabstufung).

Bettungsdicke 30-50 mm
Auf die richtige Kornabstufung achten!

Fugenausbildung
Pflastersteine aus Beton müssen normgemäß durch ihre flexible Bauweise immer mit einer Fugenbreite von 3-5 mm verlegt werden. Die so erreichten Zwischenräume ermöglichen das Einsanden des Pflasterbelages und verhindern dadurch den Kontakt der einzelnen Steine zueinander was eine Beschädigung der Steinkanten hervorrufen könnte. Zusätzlich dient die geforderte Mindestfugenbreite auch dem Ausgleichen der unvermeidbaren fertigungsseitigen Maßtoleranzen. Bei fugenloser Verlegung (=Pressfuge) könnten die Steinkanten schon bei der Verlegung oder beim nachfolgenden Abrütteln beschädigt werden.

 

Pflastersteine nicht press verlegen, sondern unbedingt die normgerechte Fugen-breite von 3 - 5 mm einhalten!

Fugenmaterial
Pflasterbeläge stellen je nach Art und Zweck andere Anforderungen an das Fugenmaterial. Grundsätzlich sollten nur saubere, möglichst gewaschene Sande verwendet werden. Pflaster in schwer belasteten und stark befahrenen Flächen stellt andere Anforderungen an das Fugenmaterial als z. B. versickerungsfähige Pflasterbeläge. Das Ausfugen hat den Sinn die Abstände zwischen den einzelnen Plastersteinen zu füllen und damit die gesamt Fläche zu verspannen. Wichtig ist, dass die Fugen immer vollständig gefüllt sind und auch später bei der Nutzung zeitweilig nachgesandet werden.

Engfugige und verzahnte Pflaster:
Saubere und mögl. gewaschene Edelbrechsande der Körnung 0,6-1,2 mm, 0-2 mm oder 0-3 mm je nach Fugenbreite des Pflasterbelags, der Beschaffenheit des verwendeten Pflasterbetts und der späteren Belastung.
 
Versickerungsfähige Pflasterbeläge:        
Saubere und mögl. gewaschene Edelbrechsande der Körnung 1-1,8 mm, 1-2 oder 1-2,5 mm, auch feine Hartgesteinsplitte der Körnung 1-3 mm oder 2-5 mm je nach Fugenbreite, Pflasterbett und späterer Belastung.

Das Fugenmaterial muss kornabgestuft zum Bettungsmaterial gewählt werden um ein Einrieseln in die Pflasterbettung zu verhindern.

Für colorierte Pflasterbeläge empfehlen wir helle, saubere Fugensande, diese heben die Coloration besonders gut hervor.

Steinbedarf
Durch die fertigungstechnisch zulässigen und nicht vermeidbaren Maßtoleranzen bei Betonpflastern können keine verbindlichen Verlegebreiten angegebenen werden. Die vorgeschriebene Mindestfugenbreite dient zum Ausgleichen jener Toleranzen und muss deshalb bei der Errechnung einer Verlegebreite mit eingerechnet werden.
Das exakte Verlegemaß muss nach ZTV Pflaster  immer durch vorheriges Auslegen von Steinreihen des gelieferten Produktes, mit normgerechter Fugenbreite, auf der Baustelle bestimmt werden.

Verlegung
Grundsätzlich müssen bei der Verlegung immer Steine aus mehreren Steinpaketen, reihen- und scheibenweise gemischt entnommen werden, um eine Vermischung der einzelnen Steinpakete und Lagen untereinander zu erreichen. Dies ist notwendig, da alle Betonprodukte bei der Herstellung natürlichen und unvermeidbaren Farb- sowie Strukturschwankungen unterliegen.

Einsanden und Abrütteln
Die Fugen der Pflasterflächen müssen nach dem Verlegen vollkommen eingesandet werden. Das Einsanden erfolgt kontinuierlich mit dem Fortschritt der Verlegearbeiten. Eine Pflasterfläche darf niemals uneingesandet abgerüttelt werden, da es ansonsten zu Kanten- und Oberflächenschäden und zu Verschiebungen in der Pflasterfläche kommen kann.
Zudem muss die Pflasterfläche trocken und vor dem Verdichten gründlich von Schmutz und dem überschüssigen Fugensand gesäubert werden. Beim Abrütteln verschmutzter Flächen kann die Steinoberfläche Schaden nehmen. Es können starke Kratzer, Verfärbungen und auch Kanten- und Oberflächenschäden entstehen.

Zum Abrütteln muss ein geeigneter Flächenrüttler mit einer Platten-Gleit-Vorrichtung (Kunststoffmatte) laut nachfolgender Aufstellung verwendet werden (regelkonformer Aufbau der Trag- und Bettungsschichten vorausgesetzt):

Steindicke       Betriebsgewicht          Zentrifugalkraft
in mm              des Rüttlers                des Rüttlers
  60                  ca. 130 kg                   ca. 18 - 20 kN
  80                  ca. 200 kg                   ca. 20 - 30 kN

100                  ca. 600 kg                   ca. 30 - 60 kN

Nachsanden - Wartung - Pflege
Nach dem Abrütteln muss die Fläche noch komplett nachgesandet werden, d.h. die Fugen müssen wieder vollständig gefüllt sein.
Eine Pflasterfläche stellt ein flexibles Oberflächenbefestigungssystem dar, welches bei richtiger Wartung und Pflege auch stärksten Belastungen stand hält. Der Fugensand ist sofort einzukehren und darf nicht auf der Fläche verbleiben da sonst evtl. Verfärbungen auf der Steinoberfläche entstehen können.
Eine äußerst wichtige Wartungsmaßnahme ist die regelmäßige Kontrolle der Pflasterfugen auf vollständige Verfüllung mit Fugensand.
Bei befahrenen Flächen erzeugen die Autoreifen eine Sogwirkung, durch welche den Fugen Sand entzogen wird. Auch Kehrmaschinen sorgen auf öffentlichen Flächen für leere Pflasterfugen. Wird der Fugensand nicht regelmäßig durch “nachsanden” ersetzt, kann dies zu Schäden an den Pflastersteinen selbst und auch zu einer instabilen Flächenbefestigung führen.

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